Schulsportgala – 50 Jahre “Tanzen in der Schule”
50 Jahre Zusammenarbeit des hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen mit dem Hessischen Tanzsportverband waren Grund und Anlass genug, eine Schulsportgala unter dem Motto 50 Jahre “Tanzen in der Schule” zu veranstalten. Mit Unterstützung der Königsteiner Bischof-Neumann-Schule als Kooperationspartner wurde dafür das Haus der Begegnung in Königstein im Taunus genutzt.
Neben zahlreichen Schülern und Ehrengästen waren auch viele Personen eingeladen, die den Tanzsport in der Schule viele Jahre vor und hinter den Kulissen (als Übungsleiter, Turnierleiter, Wertungsrichter oder Helfer jedweder Art) unterstützt haben.
Nach einem Opening von 160 Schülern aus 10 Schulen in ganz Hessen – angeleitet durch die Trainer Kai Dombrowski und Michael Fischer – begrüßte Dr. Hans-Jürgen Burger – der Schulsportbeauftragte von HTV und DTV – die anwesenden Gäste, bevor er das Mikrofon an Patrick Weise, den Referenten im Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen übergab.
Dieser blickte zurück auf das Jahr 1976, in dem unter Mitwirkung von Ehepaar Burger und Michael Fischer (damals noch als Teilnehmer) in Frankfurt das erste Landesfinale Tanzen für Jugend trainiert für Olympia veranstaltet wurde. Das Konzept hat sich bewährt und wurde weiterentwickelt, so dass im aktuellen Jahr 2026 beim Landesentscheid in Friedrichsdorf insgesamt 610 Schüler starteten. Einer der Erfolgsfaktoren liegt darin, dass sich das Tanzen in der Schule früh für neue Trends wie Disco Fox, Salsa, Hip Hop und Breaking geöffnet hat. Ein anderen wichtiger Aspekt ist die Leidenschaft, Hartnäckigkeit und Ausdauer, den die Initiatoren damals wie heute an den Tag legen, um das Thema weiter zu fördern.
Auch HTV-Vizepräsidentin Cornelia Straub stellte in ihrem Grußwort heraus, dass der Erfolg, den das Tanzen in der Schule hat, das Ergebnis jahrelanger konzeptioneller Arbeit durch Dr. Hans-Jürgen Burger ist, der das Thema sowohl in Hessen als auch bundesweit mit einer herausragenden Verlässlichkeit und Klarheit vertritt. Sie dankte aber auch dem Ministerium, den Lehrkräften und Trainern für Ihre Unterstützung, ohne die ein solches Konzept nicht umzusetzen ist.
Es folgte einer von insgesamt vier Showblöcken, in denen Tänzerinnen und Tänzer aus verschiedenen Schulen die Vielfalt des Tanzens präsentierten. Neben Standard- und lateinamerikanischen Tänzen als Solo, Paar, Synchro-Duo oder Formation kamen auch Modern Style Formationen und eine Breaking-Gruppe auf die Bühne.
Im Wechsel mit den Showblöcken gab es mehrere Talk-Runden, so dass sich daraus ein abwechslungsreicher Abend mit vielen Informationen und Anekdoten aber auch tänzerischen Darbietungen gestaltete.
Cornelia Straub, die Vizepräsidentin des HTV interviewte Alexander Jordan, den Leiter der Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung in der Hessischen Lehrkräfteakademie. Dieser stellte heraus, dass die treibenden Faktoren, warum sich Menschen für das Tanzen begeistern zwar Emotionen und Glücksgefühle sind. Das Tanzen hat aber außerdem auch eine starke Bedeutung für die Wertebildung. Schließlich lernen die Aktiven damit neben Achtsamkeit, Empathie, Verantwortung und Solidarität auch die Bedeutung von Integration und Inklusion.
Die Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung unterstützt dies in Kooperation mit dem Tanzsportverband in Form von Lehrkräftefortbildungen sowie der Veranstaltung von Landesentscheiden.
Nach einem weiteren Showblock rief Dr. Hans-Jürgen Burger ein paar Ehrengäste auf, die das Tanzen in der Schule schon seit den Anfängen begleitet haben. Darunter Ministerialrat a.D. Klaus Paul, den ehemaligen Schulsportreferent im hessischen Kultusministerium sowie Friedrich Frech, Michael Fischer und nicht zuletzt seine Ehefrau Ulrike Hesemann-Burger, die ebenfalls als Lehrerin an ihrer Schule – der Liebfrauenschule in Bensheim – zahlreiche Schüler zum Tanzen gebracht hat.

DTV-Vizepräsident Thomas Wehling zusammen mit Ute Hillenbrand überreichen der HTV-Jugenwartin Silke Hartmann eine Förderung für die Hessische Tanzsportjugend
Aber auch der Deutsche Tanzsportverband war bei dieser Veranstaltung vertreten. Mit Gaby Michel-Schuck und Thomas Wehling entsendete der DTV zwei seiner Vizepräsidenten. Dazu gesellte sich Ute Hillenbrand, die Geschäftsführerin des Deutschen Tanzsportverbands. Dabei nutzte Thomas Wehling die Gelegenheit, sowohl Dr. Hans-Jürgen Burger für seine Arbeit für den Tanzsport zu danken aber auch der hessischen Tanzsportjugend – vertreten durch deren Jugendwartin Silke Hartmann – eine Förderung in Höhe von 1000 Euro zu überreichen.
Die U18-Formation des Lessing-Gymnasiums aus Lampterheim mit dem Thema “Arabian Nights”Die dritte und letzte Talkrunde des Abends wurde durch einen kurzen Filmzusammenschnitt zum Landesentscheid Tanz eingeleitet. Anschließend betraten sieben Schülerinnen und zwei Schüler die Bühne und wurden von Konstanze Neu-Müller, der Verbundverantwortlichen für den Schulsport des Verbundes Mitte interviewt. Dabei beantworteten sie beispielsweise, wie sie zum Tanzen gekommen sind und was den Landesentscheid Tanz ausmacht, wobei man sich einig war, dass solche Veranstaltungen schulübergreifende (bzw. beim Bundesentscheid auch länderübergreifende) Verbindungen schaffen. Die Schüler äußerten dabei als Wunsch für die Zukunft, dass die Beteiligung von Jungen besser werden kann, das Tanzen in der Schule aber auch in anderen Bundesländern noch ausbaufähig ist.
Den Abschluss der gelungenen und abwechslungsreichen Veranstaltung bildete ein finaler Showblock, in dem sieben Paare und eine Solistin, die allesamt als Schüler zum Tanzen gefunden haben und nun im Turniertanz aktiv sind, ihr Können zeigten. Darunter waren auch einige, die mittlerweile als Lehrer ihren Weg ins Berufsleben gefunden haben und dort ebenfalls eine eigene Tanz AG aufgebaut haben.









