Mitgliederversammlung des Hessischen Tanzsportverbandes
Am 12. April fand im Saalbau Haus Gallus in Frankfurt die ordentliche Mitgliederversammlung des Hessischen Tanzsportverbandes statt. Neben dem Präsidium waren Vertreter aus 17 hessischen Vereinen sowie als Ehrengäste Ralf-Rainer Klatt (Vizepräsident Sportentwicklung des Landessportbundes Hessen), Roland Frischkorn (Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt am Main), Wolfgang Thiel (Ehrenmitglied des Hessischen Tanzsportverbandes) und Ute Hillenbrand (Geschäftsführerin des Deutschen Tanzsportverbandes) anwesend.
Grußworte
Zu Beginn der Veranstaltung blickte HTV-Präsident Jörg Hillenbrand auf ein positives Jahr 2025 zurück. Der Mitgliederstand des HTV ist um ca. 2.000 Mitglieder gewachsen und damit aktuell so hoch wie nie zuvor. Der HTV ist damit nach wie vor zweitgrößter Landesverband im Deutschen Tanzsportverband und elftgrößter Sportverband (von 60) im Landessportbund Hessen.
Letzterer wurde durch Ralf-Rainer Klatt vertreten, der in seinem Grußwort gerade in der aktuellen kritischen Weltlage auf die Bedeutung von Sport und insbesondere Tanzsport verwies, der als Gegenpol zu den zahlreichen globalen Krisen Menschen verbindet und ein friedliches Miteinander fördert. Aber auch im Bereich der Gesundheitsförderung wirkt sich der Tanzsport positiv aus, beispielsweise in Form von Tanztherapie, mit der das Fortschreiten von Demenz verlangsamt werden kann. Nicht zuletzt ist der Tanzsport auch ein hervorragendes Beispiel für gelungene Inklusion und Integration.
Auch Roland Frischkorn vom Sportkreis der Stadt Frankfurt betonte, wie vielfältig und bunt Sport – und insbesondere der Tanzsport – ist, in dem Leistung und Kreativität zusammen finden. Dies funktioniert aber nur durch ehrenamtliches Engagement, das laut Frischkorn den Kit der Demokratie bildet. Er wies jedoch auch darauf hin, dass das Konzept der Ganztagsschule eine Herausforderung darstellt, da dadurch Sportverbände und Schulen mit einander konkurrieren statt gemeinsam die sportliche Betätigung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Ein weiteres Problem – gerade in einer Großstadt wie Frankfurt – ist die Tatsache, dass der Sport stark wächst (was erstmal sehr positiv ist), die Einwohnerzahl und Infrastruktur jedoch nicht in gleichem Maße mitwächst. So ist die Einwohnerzahl in Frankfurt seit 2014 um 6,2% gestiegen, die Anzahl Mitglieder in Sportvereinen im selben Zeitraum jedoch um 60%. Dies erfordert neue Konzepte, um ausreichend Raum für sportliche Betätigung zu schaffen. Hier gibt es bereits entsprechende Ideen, um beispielsweise Sportstätten in Hochhäusern zu integrieren.
Ehrungen
Nach den Grußworten wurden verschiedene Ehrungen durch die HTV-Vizepräsidentin Cornelia Straub vorgenommen. So wurden vier Vereine mit dem Jugendförderpreis ausgezeichnet:
1. Rot-Weiss-Klub Kassel (500 Euro)
2. Schwarz Weiß Blau Frankfurt (300 Euro)
2. Fortis Nova Maintal (300 Euro)
3. Schwarz-Rot-Club Wetzlar (200 Euro)

Die Preisträger des Jugendförderpreises mit HTV Präsident Jörg Hillenbrand und HTV Jugendwart Mathias Burk
Zwei Vereine wurden für besondere Konzepte zur Weiterentwicklung des Tanzsports mit dem Zukunftspreis in Höhe von 500 Euro ausgezeichnet (die ausführliche Begründung ist hier zu finden):
- TanzSportClub Rödermark
- TTC Fortis Nova Maintal

Die Preisträger des HTV Zukunftspreises mit HTV Präsident Jörg Hillenbrand und Vizepräsidentin Cornelia Straub
Schließlich erhielten zwei Funktionäre von HTV-Vereinen für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement die HTV Verdienstnadel in Bronze (die ausführliche Begründung ist hier zu finden):
- Ernst Meyer (Tanz-Sport-Club Fischbach)
- Daniela Schönfelder (1.Maintaler TSC Blau-Weiß)
Aussprache über die Berichte des Präsidiums und der Beauftragten
Die Aussprache über die veröffentlichten Berichte des Präsidiums und der Beauftragten für 2025 gestaltete sich relativ überschaubar. Hier gab es vor allem im Bereich Sport die Anmerkungen, dass der Solo-Bereich boomt und auch die Lateinformationen im Aufschwung sind, aber sowohl die Standardformationen als auch der Paartanz im allgemeinen eher rückläufig sind (was nicht nur in Hessen der Fall ist, sondern bundesweit gilt). Diese Themen sind bekannt und werden sowohl in Hessen als auch im DTV weiter diskutiert werden.
Für den Bereich Schulsport gab es den Hinweis vom Beauftragten für Tanzsport in der Schule Dr. Hans-Jürgen Burger, dass in diesem Jahr am 24. April eine Jubiläumsveranstaltung für 50 Jahre Tanzen in der Schule (und ebenso lange Zusammenarbeit des HTV mit dem Kultusministerium) geben wird, bei der mehr als 160 Schüler aus ganz Hessen aktiv mitwirken werden.
Wahlen
Nach Feststellung der Stimmenzahl wurde das Präsidium einstimmig entlastet. Auch der Vertreter des hessischen Rock’n’Roll und Boogie Woogie Verbandes – Pierre Cavael – wurde (mit einigen Enthaltungen) ohne Gegenstimmen in seinem Amt bestätigt. Für den Vertreter des Verbandes für Garde und Schautanz wurde dies auf das nächste Jahr verschoben, da die Wahl in diesem Verband noch nicht stattfand.
Als Rechnungsprüfer wurde Andrea Simon-Dräger einstimmig wiedergewählt, als ihr Vertreter Jürgen Diefenbach ebenfalls einstimmig neu gewählt.
Bei der Ergänzungswahl zur Leitung der Mitgliederversammlung wurde Sabine Haas einstimmig wiedergewählt.
Verschiedenes
Am 10. und 11. Oktober wird in Frankfurt der Verbandstag des DTV stattfinden. Hier wird es für die HTV-Vereine voraussichtlich Ende August noch ein Teams-Meeting geben, um ein Meinungsbild für dort eventuell abzustimmende Entscheidungen einzuholen.
Im Bereich “Verschiedenes” wurde abschließend noch einmal das Thema Zukunftspreis und (Jugend-)Förderpreis diskutiert und dabei auch dazu motiviert, dass mehr Vereine diese Möglichkeit nutzen sollten, sich hierfür zu bewerben.
Nach Klärung einiger Fragen bzgl. Wertungsrichter-Fahrtkosten und Auswahl der Wertungsrichter für Landesmeisterschaften und “Hessen tanzt”, erfolgte abschließend noch ein Hinweis darauf, dass es beim diesjährigen “Hessen tanzt” erstmals einen Live-Stream geben wird und hierfür noch Kameraleute gesucht werden, die sich bei Interesse gerne bei der HTV-Geschäftsstelle melden können.
Nach nicht ganz zweieinhalb Stunden wurde die Versammlung um 15:24 Uhr geschlossen.


